Viele Unternehmen organisieren gelegentlich Teamevents für ihre Mitarbeitenden. Gemeinsame Aktivitäten ausserhalb der üblichen Arbeitssituation schaffen Gelegenheiten für Austausch, neue Gespräche und gemeinsame Erfahrungen im Team.
Solche Anlässe können verschiedene Aspekte der Zusammenarbeit beeinflussen. Teammitglieder begegnen sich in einem anderen Kontext als im Arbeitsalltag, lernen sich teilweise von einer anderen Seite kennen und kommen auch mit Kolleginnen und Kollegen ins Gespräch, mit denen sie sonst wenig Kontakt haben.
Welche Wirkung dabei entsteht, hängt von verschiedenen Faktoren ab. In manchen Fällen ergeben sich neue Dynamiken im Team ganz von selbst. In anderen Situationen kann es sinnvoll sein, bei der Planung bewusst zu überlegen, welche Aspekte der Zusammenarbeit unterstützt werden sollen.
Dieser Artikel ordnet ein, warum Teamevents im Team wirken können und welche Bereiche der Zusammenarbeit dadurch berührt werden können. Ausserdem zeigt er, wann es hilfreich sein kann, bei der Planung eines Teamevents bestimmte Rahmenbedingungen zu berücksichtigen.
In vielen Teams haben Mitarbeitende klar definierte Aufgabenbereiche. Ein grosser Teil der Arbeit besteht darin, diese Aufgaben selbstständig zu bearbeiten. Austausch mit Kolleginnen und Kollegen entsteht vor allem dann, wenn Abstimmungen nötig sind oder Arbeitsschritte voneinander abhängen.
Je nach Arbeitsumfeld wird das zusätzlich verstärkt, etwa durch Homeoffice, Einzelbüros oder räumlich verteilte Arbeitsplätze.
In grösseren Teams verteilt sich die Zusammenarbeit ausserdem oft auf verschiedene Aufgabenbereiche oder Projekte. Dadurch arbeitet man im Alltag regelmässig mit einigen Kolleginnen und Kollegen zusammen, während mit anderen nur selten direkte Berührungspunkte entstehen.
Teamevents schaffen hier eine andere Situation. Sie bringen Teammitglieder zusammen und schaffen Gelegenheiten für Begegnungen und Gespräche, die im normalen Arbeitsablauf seltener entstehen.
Teamevents unterscheiden sich in vielen Fällen deutlich vom üblichen Arbeitskontext. Statt der vertrauten Aufgaben und Abläufe stehen andere Aktivitäten, Materialien oder Umgebungen im Mittelpunkt.
Für viele Teammitglieder ist die Situation deshalb neu. Oft müssen sich die Beteiligten zunächst orientieren. In dieser Situation sind die Kolleginnen und Kollegen aus dem eigenen Team meist das Vertrauteste.
Dadurch entstehen Gespräche und Zusammenarbeit oft ganz automatisch. Teammitglieder stellen Fragen, tauschen Ideen aus oder unterstützen sich bei einer Aufgabe. Auch Personen, die im Arbeitsalltag wenig miteinander zu tun haben, kommen dabei leichter miteinander in Kontakt.
Solche Situationen können dazu führen, dass Teammitglieder sich anders begegnen als im normalen Arbeitsablauf. Man erlebt sich in einer anderen Rolle und lernt Kolleginnen und Kollegen aus einer neuen Perspektive kennen.
Die Situationen, die bei einem Teamevent entstehen, können verschiedene Aspekte der Zusammenarbeit im Team berühren. Dazu gehören zum Beispiel Kommunikation, Vertrauen, Rollenverständnis oder der allgemeine Zusammenhalt im Team.
Viele dieser Effekte entstehen bereits durch gemeinsame Aktivitäten und Gespräche. Wenn mit einem Teamevent bestimmte Ziele im Team unterstützt werden sollen, kann es jedoch sinnvoll sein, bei der Planung bewusst darauf zu achten, welche Situationen im Event entstehen.
Die folgenden Beispiele zeigen einige Bereiche der Zusammenarbeit, die durch Teamevents beeinflusst werden können.
Wenn ein Teamevent Aufgaben oder Aktivitäten enthält, die nur gemeinsam gelöst werden können, entsteht eine Situation, in der Teammitglieder ihre Ideen erklären, auf die Beiträge anderer reagieren und gemeinsam Lösungen entwickeln müssen.
Dadurch kann Kommunikation im Team auch praktisch geübt werden. Es zeigt sich zum Beispiel, wie klar man sich ausdrückt, wie aufmerksam man anderen zuhört und wie gut es gelingt, unterschiedliche Vorschläge aufzunehmen und in eine gemeinsame Lösung zu überführen.
Wenn ein Teamevent Situationen schafft, in denen Teammitglieder zusammenarbeiten und sich aufeinander verlassen müssen, können gemeinsame Erfahrungen entstehen, die Vertrauen stärken.
Dabei erlebt man direkt, wie andere mit Herausforderungen umgehen, Verantwortung übernehmen oder ihren Beitrag leisten. Solche Erlebnisse können dazu beitragen, dass Teammitglieder einander besser einschätzen und sich auch im Arbeitsalltag eher aufeinander verlassen.
In Teams entstehen mit der Zeit feste Rollen und Erwartungen. Das hilft, Abläufe zu strukturieren, kann aber auch dazu führen, dass Teammitglieder vor allem ihre eigene Perspektive sehen und die Anforderungen anderer Rollen weniger sichtbar bleiben.
Ein Teamevent kann einen Rahmen bieten, in dem Rollen zeitweise anders verteilt werden. Wenn Teammitglieder Aufgaben übernehmen, die sie im Arbeitsalltag normalerweise nicht haben, können sie andere Perspektiven im Team unmittelbar erleben. Das kann helfen, Entscheidungen, Verantwortlichkeiten und Arbeitsweisen anderer Rollen besser nachzuvollziehen.
Wenn ein Teamevent Aufgaben enthält, die nur gemeinsam gelöst werden können, entsteht oft eine Situation, in der sich die Gruppe organisieren, Entscheidungen treffen und miteinander abstimmen muss.
Dabei erleben Teammitglieder unmittelbar, wie Zusammenarbeit in der Gruppe funktioniert. Wer bringt Ideen ein, wie werden Entscheidungen getroffen und wie geht das Team mit unterschiedlichen Vorschlägen um? Solche gemeinsamen Erfahrungen können helfen, Dynamiken im Team besser zu verstehen.
Wenn ein Teamevent Aufgaben enthält, die nur gemeinsam gelöst werden können, müssen Teammitglieder Entscheidungen treffen und unterschiedliche Vorschläge miteinander abwägen.
Die Aufgaben sind dabei meist überschaubarer als im Arbeitsalltag. Dadurch lassen sich Abstimmung, Diskussion und Entscheidungsfindung in einem kleineren Rahmen erleben. Unterschiede in Herangehensweisen oder Kommunikation werden dabei oft schneller deutlich.
Solche Situationen können eine Gelegenheit sein, zu erleben, wie das Team mit unterschiedlichen Meinungen umgeht und wie gemeinsam Lösungen gefunden werden. Gleichzeitig können Teammitglieder daran üben, mit solchen Situationen konstruktiv umzugehen.
Wenn im Team bereits schwerwiegendere Konflikte bestehen, sind dafür häufig andere Formate geeigneter, etwa moderierte Gespräche oder eine Begleitung durch erfahrene Fachpersonen.
Wenn ein Teamevent neue Teammitglieder einschliesst, kann er eine Gelegenheit bieten, in kurzer Zeit mit mehreren Personen aus dem Team in Kontakt zu kommen.
Gemeinsame Aktivitäten schaffen einen Rahmen, in dem Gespräche entstehen und erste Beziehungen aufgebaut werden können. Das kann den Einstieg erleichtern und dazu beitragen, dass sich neue Teammitglieder schneller im Team orientieren.
Bei Teamevents entstehen gemeinsame Erlebnisse, an die sich Teammitglieder später erinnern können. Solche Erfahrungen können zu gemeinsamen Anekdoten oder kleinen Insider-Momenten werden, auf die im Team immer wieder Bezug genommen wird.
Gemeinsame Erinnerungen dieser Art können dazu beitragen, dass sich Teammitglieder stärker als Teil derselben Gruppe verstehen. Dadurch kann auch die Identifikation mit dem Team wachsen und die Bereitschaft steigen, sich für die Gruppe und für andere im Team einzusetzen.
Viele der beschriebenen Effekte können bereits durch gemeinsame Aktivitäten entstehen. Wenn jedoch bestimmte Aspekte der Zusammenarbeit gezielt unterstützt werden sollen, kann es sinnvoll sein, bei der Planung eines Teamevents einige Rahmenbedingungen bewusst zu gestalten.
Wer mit wem zusammenarbeitet, beeinflusst, welche Gespräche entstehen. Wenn Gruppen sich selbst bilden, bleiben oft bestehende Konstellationen bestehen. Eine bewusste Durchmischung kann dazu beitragen, dass Teammitglieder mit anderen Personen in Kontakt kommen.
Nicht jede Aktivität führt automatisch zu Austausch oder Zusammenarbeit. Aufgaben, die gemeinsam gelöst werden müssen, schaffen eher Situationen, in denen Kommunikation, Abstimmung und gemeinsame Entscheidungen entstehen.
Wenn Rollen innerhalb einer Aufgabe bewusst verteilt werden, kann das beeinflussen, wie sich Teammitglieder einbringen. So können auch andere Dynamiken entstehen als im Arbeitsalltag.
Kurze Eisbrecher oder einfache Formate können helfen, Gespräche in Gang zu bringen. Das kann insbesondere dann relevant sein, wenn sich Teammitglieder noch wenig kennen oder selten miteinander arbeiten.
Auch organisatorische Faktoren wie Zeitpunkt, Dauer oder Einbettung in den Arbeitstag beeinflussen, wie ein Teamevent wahrgenommen wird und wie offen Teammitglieder daran teilnehmen.
Teamevents können unterschiedliche Funktionen im Team erfüllen. Sie schaffen Gelegenheiten für gemeinsame Erfahrungen, für Austausch und für Situationen, in denen Teammitglieder anders miteinander in Kontakt kommen als im Arbeitsalltag.
Welche Wirkung dabei entsteht, hängt stark davon ab, welche Situationen im Event entstehen und wie gut diese zum Team passen. Viele Effekte ergeben sich bereits durch gemeinsame Aktivitäten. Wenn bestimmte Aspekte der Zusammenarbeit im Fokus stehen, kann es sinnvoll sein, bei der Planung gezielt darauf zu achten, welche Dynamiken unterstützt werden sollen.
Wer einen Teamevent organisiert, kann sich deshalb überlegen, was im eigenen Team aktuell relevant ist und welcher Rahmen dafür geeignet sein könnte.